Seit 2009 bündeln die Gemeinden Cham, Hünenberg und Risch im Verein Wirtschaftsregion ZUGWEST ihre Kräfte und nutzen effizient Synergien für die gemeinsame Standortprofilierung und aktive Wirtschaftspflege. ZUGWEST setzt sich mitunter dafür ein, die Attraktivität der regionalen Wirtschaftsgebiete zu fördern und zu erhalten. In diesem Zusammenhang wurde mit der Firma KEEAS Zürich (https://keeas.ch) ein integratives Vorgehensmodell entwickelt, das unter Einbezug der im Gebiet ansässigen Firmen mögliche Entwicklungsperspektiven zur zukunfts- und marktfähigen Positionierung und Ausrichtung der Gebiete hervorbringt.
Das Vorgehensmodell wurde im Arbeitsgebiet Bösch-Rothus zum ersten Mal angewandt. Die von ZUGWEST in Auftrag gegebene Studie wurde vollumfänglich von der regionalen Wirtschaft finanziert. Die Ergebnisse der Studie dienen als Grundlage für die eigentümerseitige, eigenständige Weiterführung des Vorhabens. ZUGWEST unterstütz das Vorhaben, weil ein "starkes Arbeitsgebiet Bösch" für die gesamte Wirtschaftsregion von Bedeutung ist und die Erhaltung und der Ausbau von regionalen Arbeitsplätzen für alle drei Gemeinden zentral ist. 
Aus der Anwendung des besagten Modells ist am Beispiel Bösch-Rothus unter Einbezug interessierter Grundeigentümer und ansässiger Firmen die nachstehende Entwicklungsvision entstanden. Diese gibt eine Zielvorstellung für das Gebiet Bösch vor und beschreibt, welche Aspekte für die künftige Entwicklung wichtig sind und wie sich das Gebiet in Bezug auf die bauliche Substanz, die Atmosphäre, den Freiraum, das Image, die Nutzungen sowie die verkehrliche Situation verändern soll. 
Identität und Zentrum
Das Arbeitsgebiet soll sowohl mit identitätsstiftenden Elementen als auch mit einem erkenn- und spürbaren Zentrum aufgewertet werden. Hierfür wir die zentrale Strassenführung Bösch mit einem Zeltdach überspannt; dadurch entsteht ein geschützter Aussenraum mit ganz besonderem Flair. Unter dem Dach kann ggf. noch angeliefert werden, für den Durchgangsverkehr von Fahrzeugen dient die Fläche künftig aber nicht mehr. Dadurch entsteht Platz für umgenutzte Schiffscontainer, die sowohl als Imbiss, Showroom, Co-Working Spaces, Sitzungszimmer, kleine Gewerbeeinheiten und ähnliches dienen. So wächst ein spannend durchmischtes Angebot, das den Zentrumsbereich belebt, dem Gebiet als Ganzes Identität und Wiedererkennungswert spendet und damit auch das Image des Arbeitsgebiets positiv prägt. Die Atmosphäre und die Aufenthaltsqualität werden damit verbessert und es entsteht der erste Bereich des neuen Zentrums. Bei diesem Ansatz ist die Tatsache wichtig, dass sich die Vision relativ schnell, einfach und kostengünstig umsetzen lässt und somit bald eine Veränderung sicht- und spürbar ist.

Mobilität
Im Gebiet werden zwei Punkte definiert, wo die Parkierung gesammelt wird und der Bus hält. Damit ist das Gebiet mit zwei Anlaufstellen für die täglichen Pendlerbedürfnisse ausgestattet, zudem sind so Besucherparkplätze klar ausgeschildert und einfach auffindbar. Im östlichen Mobilitätspunkt werden zusätzlich Sharing Angebote rund um die Mobilität konzentriert. Dabei handelt es sich beispielsweise um (Elektro-)Velos, Autos, Roller und Elektro Scooter, Für die Wege innerhalb des Arbeitsgebiets wird das Auto aufgrund dieser zeitsparenden und komfortablen Alternativen nicht mehr benötigt. Wer ohne eigenes Fahrzeug anreist, kann beispielsweise Auswärtstermine durch Car Sharing wahrnehmen. So können trotz einer künftigen Zunahme der Arbeitsplätze das Verkehrsaufkommen und die Abstellplätze im Rahmen gehalten werden.

Angebotscluster
Wo sich Mobilitäts- und Sharing Angebote sammeln und das Zeltdach beginnt, sollen sich auch weitere Angebote konzentrieren, um ein spürbares Zentrum zu bilden. Dabei handelt es sich neben der Mobilität um Angebote aus den Bereichen Verpflegung/Versorgung, Gastronomie/Hotellerie, Sport/Fitness/Wellness und weitere Dienstleistungen. Die Entwicklungsvision sieht dabei ein Fitnesscenter, ein kleines Lebensmittelgeschäft mit integrierter Poststelle und ein Businesshotel mit Restaurantbetrieb vor. Auf diese Weise können alle möglichen – das Arbeiten ergänzenden – Dienstleistungen und Güter des täglichen Bedarfs angeboten werden. So kann man beispielsweis über Mittag zum Sport oder mit dem Geschäftskunden vor Ort gut essen und am Abend noch das wichtigste Einkaufen. Für die Beschäftigten im Gebiet Bösch wertet dies den Arbeitsort zusätzlich auf.

Bauliche und freiräumliche Entwicklung
Durch die Konzentration der Parkierung können Erdgeschossflächen freigespielt werden. Sie sollen teilweise für die Ergänzung wirtschaftlich genutzter Erdgeschossflächen bebaut und teilweise im Sinne der Attraktivitätssteigerung zur Begrünung im Gebiet bepflanzt werden. Damit kann sich die Aufenthaltsqualität im Arbeitsgebiet wesentlich verbessern und ein Teil der vom Kanton in Aussicht gestellten Verdichtungsmöglichkeiten genutzt werden.

Eingangspunkte und Verkehrsregime
Die Eingangspunkte in das Arbeitsgebiet sind unter der Berücksichtigung der Verkehrssicherheit umzugestalten. Sie sollen sowohl übersichtlicher werden und gleichsam die Portalfunktion als Eingang in das Arbeitsgebiet stärker wahrnehmbar machen. Mit dem Zeltdach im Kern des Arbeitsgebiets fällt die darunter liegende Strasse für den regulären Verkehr weg. Trotzdem sind sämtliche bestehenden und neuen Bauten durch den Strassenring erschlossen. Dieser bleibt auch weiterhin in beide Richtungen befahrbar. Im Gebiet gibt es lediglich die Strassennamen Bösch und Rothusstrasse. Dies führt regelmässig zu Verwirrung bei der Adresssuche. Mit dem neuen Verkehrsregime soll auch die Adressierung übersichtlicher gestaltet und die Adressfindung vereinfacht werden. Heute fehlt im Süden noch ein Stück des Strassenrings. Eine zusätzliche Stichstrasse von Süden her ist fürdas Gebiet denkbar, für die Gesamtentwicklung allerdings nicht massgebend.
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